3. Schulbildung
Wie stellen Sie
sicher, dass Schulsozialarbeit mindestens im bisherigen Umfang dauerhaft und
verlässlich aus Landesmitteln finanziert wird?
Bildungschancen unserer Kinder, für eine gelingende Schule und vor allem für
den sozialen Zusammenhalt. Schulsozialarbeiterinnen und Schulsozialarbeiter
sind da, wenn Kinder in schwierigen Situationen Halt und Rat brauchen und
wenn Familien Unterstützung benötigen. Schulsozialarbeit baut Brücken,
verbessert das Schulklima und trägt zum Schulerfolg bei. Wir sind der
Meinung, dass Schulsozialarbeit sich auszahlt – für jedes Kind, für jede
Schule, für die Eltern. Sie schafft Chancen, wo sonst Perspektivlosigkeit
und Schulabbruch droht. Schulsozialarbeit ist ein Erfolg!
Wir setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass bei einem Wegfall der EU-Mittel
ab 01.08.2028 Schulsozialarbeit mit ihren Netzwerkstrukturen dauerhaft über
Landesmittel finanziert wird. Wir wollen, dass Schulsozialarbeit weiterhin
eine unabhängig von Schule agierende Beratungs- und Vermittlungsinstanz für
Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern unter dem Dach der freien
Träger bleibt.
Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie den Lehrkräftemangel
nachhaltig beheben und eine stabile Unterrichtsversorgung in allen
Schulformen und Regionen sicherstellen?
Der Mangel an grundständig ausgebildeten Lehrkräften war und ist die größte
Herausforderung für das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt. Noch immer
verlassen mehr ältere Lehrkräfte die Schulen als jüngere Kolleginnen und
Kollegen eingestellt werden. Um die Attraktivität zu steigern, konnte die
Bezahlung der Grundschullehrkräfte nach E/A13 erreicht werden. Es wurde das
duale Studium, ein Studium mit Praxisanteilen an den zukünftigen Schulen auf
den Weg gebracht werden und es wird ein Modellprojekt an der MLU
Halle-Wittenberg geben, wo sich Lehramtsstudierende erst nach der
Einstiegsphase entscheiden müssen, an welcher weiterführenden Schulform sie
später unterrichten. Dies sind alles Ansätze, um weiterhin eine hohe Zahl an
Lehrkräften auszubilden. Wir werden an der universitären Ausbildung für alle
Lehrämter mit den aktuellen Wahlmöglichkeiten auf 1.200 Studienplätzen
festhalten, das duale Studium fortführen und den Vorbereitungsdienst
weiterentwickeln. Wir wollen zudem, dass die Seiteneinsteigenden die
Möglichkeit eines Bewährungsaufstiegs erhalten und damit fair bezahlt
werden. Ältere Lehrkräfte sollen wieder Ermäßigungsstunden erhalten, um sie
länger im Schuldienst zu halten.
Um Schulstandorte zu erhalten, werden wir die Mindestschülerzahlen für die
Schulformen in der Schulentwicklungsplanungs-verordnung absenken. Sinkende
Schülerzahlen im ländlichen Raum dürfen nicht dazu führen, dass Schulen
geschlossen werden und Wege für die Kinder und Jugendlichen lang und länger
werden. Mittelfristig streben wir ein System mit zwei weiterführenden
Schulformen an: Gemeinschaftsschule und Gymnasium.
Wie wollen Sie die Bildungsinhalte an die Anforderungen des 21.
Jahrhunderts anpassen – insbesondere in den Bereichen finanzielle Bildung,
digitale Kompetenzen und soziale Fähigkeiten?
Wissen und Kompetenzen verändern sich. Um in der Welt des 21. Jahrhundert zu
lernen und zu leben, werden die Lehrpläne des Landes regelmäßig überprüft
und angepasst. Es liegt auf zukunftsorientierten Kompetenzen statt reiner
Wissensvermittlung. Daneben gilt es trotzdem praxisnahe und
fächerübergreifende Inhalt zu erlernen. Dies geschieht je nach Schulform, so
wurde bspw. die Lehrpläne für das Gymnasium und das Berufliche Gymnasium um
Bildung in der digitalen Welt stärker ausgebaut und das Fach Wirtschaft wird
ab dem Schuljahr 2027/2028 aufwachsend in den Schuljahrgängen 7 und 8 als
Pflichtfach. Die Anteile der praktischen Arbeit und ökonomischer Bildung
wurden in den Sekundar- und Gemeinschaftsschulen erhöht.
Welche Strategien verfolgen Sie, um den Übergang von der Schule in den
Beruf zu verbessern?
Ausbildung zu ermöglichen. Dafür ist es zunächst wichtig, dass Jugendliche
eine Vorstellung von ihrem weiteren beruflichen Weg haben. Dies ist wichtig,
um vorzeitige Ausbildungsabbrüche zu vermeiden und eine Ausbildung
abzuschließen. Voraussetzung dafür ist eine frühzeitige Berufsorientierung,
insbesondere durch und das Berufsorientierungs-programm BRAFO, das wir auch
an Gymnasien implementieren wollen. Weitere Projekte wie das ESF+ Programm
„REGIO AKTIV“ fördern den Übergang von der Schule in die Ausbildung. An den
Schulen gibt es zudem regional sehr unterschiedliche Kooperationen und
Zusammenarbeit mit Betrieben und Firmen vor Ort, u.a. Praktika, Messen und
Praxistage. Wir stehen zu einem Bildungssystem, das auch zweite und dritte
Chancen eröffnet.
CDU,
FDP,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
DIE LINKEN,
afd,
SPD
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