3. Schulbildung
Wie stellen Sie
sicher, dass Schulsozialarbeit mindestens im bisherigen Umfang dauerhaft und
verlässlich aus Landesmitteln finanziert wird?
Wir Grüne kämpfen dafür,
dass es an jeder Schule mindestens eine*n Schulsozialarbeiter*in gibt. Dies
wollen wir durch ein Landesprogramm Schulsozialarbeit ermöglichen, das eine
langfristige und verlässliche Finanzierung garantiert. Das Landesprogramm
soll mindestens zu 80 Prozent aus Landesmitteln finanziert werden.
Hochverschuldete Kommunen sollen bei der Finanzierung des kommunalen Anteils
des Landesprogramms durch einen Nothilfefonds unterstützt werden.
Mit welchen konkreten Maßnahmen wollen Sie den Lehrkräftemangel
nachhaltig beheben und eine stabile Unterrichtsversorgung in allen
Schulformen und Regionen sicherstellen?
Wir Grüne setzen bei der
Bekämpfung des Lehrkräftemangels auf zwei Schwerpunkte:
Die Verbesserung der Arbeitsbedingungen für Lehrkräfte: Wir Grüne setzen uns
dafür ein, dass Schulen zu Orten werden, wo Lehrkräfte gerne arbeiten und
Schüler*innen gerne lernen. Dazu braucht es bessere Arbeitsbedingungen,
damit junge Menschen wieder gerne zu Lehrer*innen werden. Dafür fordern wir
Grünen:
• Den flächendeckenden Einsatz multiprofessioneller Teams aus
Schulsozialarbeiter*innen, Schulpsycholog*innen, Gesundheitsexpert*innen
sowie Verwaltungs- und IT-Fachkräften an allen Schulen. Um Lehrkräfte von
unterrichtsfernen Aufgaben zu entlasten, so dass diese sich besser auf ihre
eigentliche Aufgabe konzentrieren können: das Unterrichten.
• Schulen baulich so anzupassen, dass für alle Lehrkräfte Arbeitsräume
geschaffen werden können, damit diese dort ihre Aufgaben vor- und
nachbereiten können, ohne auf das Homeoffice angewiesen zu sein.
• Finanzielle Anreize für Lehrkräfte und Seiteneintsteiger*innen zu
schaffen, die in Mangelfächern oder in strukturschwachen Regionen
unterrichten wollen.
• An Schulen Supervisionsangebote einzuführen, damit Lehrkräfte belastende
Situationen professionell aufarbeiten, sich austauschen und Lösungen
entwickeln können.
Eine Reform der Lehrkräfteausbildung: Wir Grüne kämpfen dafür, dass
die Lehramtsausbildung bedarfsgerecht reformiert und praxisnah ausgerichtet
wird. Damit wollen wir die Abbruchsquoten in der Ausbildung verringern und
erreichen, dass mehr Lehrkräfte die Ausbildung abschließen und diese
flexibler einsetzbar sind. Dafür fordern wir:
• Die Einführung eines Stufenlehramts, das das bisher getrennt nach
Schulformen stattfindende Lehramtsstudium ablöst. Statt getrennter Lehrämter
für Gymnasien und Sekundarschulen soll ein altersstufenbezogenes Lehramt
geschaffen werden.
• Das Grundschullehramt zu einem Primarstufenlehramt weiterzuentwickeln, in
dem die angehenden Lehrkräfte neben Unterrichtsfächern auch Sonderpädagogik
studieren, um die Inklusion insbesondere an Grundschulen zu stärken.
• Dass neben dem
Zwei-Fach-Lehramt auch ein Ein-Fach-Lehramt ermöglicht wird, insbesondere
für die Fächer Kunst, Musik, und Sport.
• Das duale Lehramtsstudium auszuweiten und an beiden Universitätsstandorten
anzubieten.
• Zu prüfen, ob an anderen Hochschulen in Sachsen-Anhalt ebenfalls
Lehramtsstudiengänge angeboten werden können.
• Das Referendariat zu verbessern, indem die Vergütung erhöht und die
Begleitung durch erfahrene Lehrkräfte abgesichert wird.
Wie wollen Sie die Bildungsinhalte an die Anforderungen des 21.
Jahrhunderts anpassen – insbesondere in den Bereichen finanzielle Bildung,
digitale Kompetenzen und soziale Fähigkeiten?
Im Mittelpunkt stehen für uns Grüne die Medienbildung und Förderung von
digitalen Kompetenzen: Mit einem verbindlichen Fach „Informatik und
Medienbildung“ sollen Schüler*innen den kritischen Umgang mit sozialen
Medien, KI-generierten Inhalten, Datenschutz, Datenethik, Algorithmen und
Grundlagen des Programmierens lernen.
Gleichzeitig wollen wir Kompetenzen des selbstständigen Arbeitens stärken,
denn sie sind zentral für die Arbeitswelt der Zukunft. Kulturelle Bildung
wollen wir fest im Ganztag verankern, indem Volkshochschulen, Musikschulen,
Sportvereine sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen stärker mit Schulen
kooperieren. Bildung für nachhaltige Entwicklung soll fächerübergreifend im
Schulalltag verankert werden – etwa durch Naturerfahrungen, Schulgärten,
grüne Klassenzimmer und Ernährungsbildung. Soziale Bildung und
Demokratiebildung stärken wir als Grundlage für Verantwortung, Teamfähigkeit
und gesellschaftliche Teilhabe.
Welche Strategien verfolgen Sie, um den Übergang von der Schule in den
Beruf zu verbessern?
Wir Grüne wollen, dass an allen weiterführenden Schulen, unabhängig von der
Schulform, eine verbindliche Berufs- und Studienorientierung stattfindet.
Dabei geht es darum, an Gymnasien genauso wie an Sekundarschulen,
Gemeinschaftsschulen, Gesamtschulen und auch an Förderschulen Wege
aufzuzeigen, wie man, egal welchen Schulabschluss man hat, zur Ausbildung
und zum Studium kommt. Flexible Unterrichtsmodelle wie Praxislerntage und
Projekttage zur Berufs- und Studienorientierung wollen wir stärken und
ausweiten.
Damit Schulen dies realisieren können, wollen wir ihnen ein Schulbudget zur
Verfügung stellen, welches die Schulen selbstständig und nach ihrem Gusto
einsetzen können: Für Vertretungslehrkräfte, für externe Bildner*innen oder
eben auch für solche Projekt- und Praxislerntage.
CDU,
FDP,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
DIE LINKEN,
afd,
SPD
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