2. Frühkindliche Bildung / Kita-Qualität (Studien weisen seit Jahren auf kritische Fachkraft-Kind-Relationen in Sachsen-Anhalt hin.)

 
Welche verbindlichen Zielwerte für den Fachkraft-Kind-Schlüssel streben Sie bis 2030 in Krippen und Kindergärten an? Wie werden diese im Landeshaushalt konkret finanziert?

Sachsen-Anhalt hat im bundesweiten Vergleich eine sehr gute Kinderbetreuung, die natürlich noch besser werden kann. Jedes Kind – egal welchen Erwerbsstatus seine Eltern haben – hat nach KiFöG einen gesetzlichen Anspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung von bis zu 10 Stunden täglich. In der Altersgruppe der 3- bis unter 6-Jährigen stieg die Betreuungsquote von 92,9 % auf 98,8 % (+5,9 %). Damit besucht fast jedes Kind eine Kita. Eine gute Kinderbetreuung und frühkindliche Bildung ist für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf in einem Land mit längeren Wegen immens wichtig. Eine Absenkung oder Verringerung dieser Standards ist für die SPD nicht verhandelbar.
Wir verstehen unsere Kitas als Orte der frühkindlichen Bildung mit einem eigenen pädagogischen Ansatz. In den Kitas werden jeden Tag Wissen, soziale Kompetenzen und Miteinander vermittelt. Das verpflichtende Bildungsprogramm „bildung:elementar“ wurde kürzlich überarbeitet und bietet eine gute tägliche Arbeitsgrundlage für die pädagogischen Fachkräfte. Im bundesweiten Vergleich hat das Land eine sehr hohe Quote (über 90%) an bestens ausgebildeten Erzieherinnen und Erziehern (Fachkraftquote). Daran werden wir weiterhin festhalten, um für die Kleinsten beste Bedingungen für ein gelungenes Aufwachsen zu bieten.
Die demographische Entwicklung im Land ist eine Herausforderung, aber sie birgt auch Chancen. Mit der Demografiepauschale und einem speziell entwickelten Flächenfaktor stellt das Land 14,2 Millionen Euro für 2026 und 38,1 Millionen Euro für 2027 zur Verfügung. Und das Geld ist gut investiert und solide finanziert, denn es bedeutet: mehr Personal, mehr Stabilität, weniger Druck. Es bedeutet bis Ende 2028 eine bessere Personalausstattung in den Kitas. Mehr Zeit und Personal für die Kleinsten. Die Demografiepauschale bedeutet unter dem Strich mehr Personal zusätzlich zum Mindestpersonalschlüssel!
Mittelfristig bedeutet dies eine Entlastung der Fachkräfte, Sicherung des Nachwuchses, Aufstockung von Teilzeitverträgen und Stärkung der Qualität und vor allem die Vermeidung von Kita-Schließungen im ländlichen Raum. Wir wollen nicht, dass reihenweise Kitas schließen müssen. Auch wenn zur Wahrheit gehört, dass es regional Veränderungen in der Kitastruktur wird geben müssen.

Wie sichern Sie die Qualität der Kita-Arbeit bei sinkenden Kinderzahlen – beispielsweise durch Kita-Sozialarbeit?

Der Einsatz von Kita-Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern erfolgt derzeit nicht flächendenkend im Land, sondern nur in einigen Kommunen wie bspw. in Magdeburg. Dort wird in 18 Kitas, deren Familien im besonderen Maße von Bildungsbenachteiligungen und Armut bedroht oder betroffen sind, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter eingesetzt. Sie beraten, begleiten und unterstützen Kinder und Familien mit dem Ziel, gute und hilfreiche Rahmenbedingungen zu schaffen. Die soziale Arbeit in Kitas wird finanziert aus Landesmitteln nach § 23 KiFöG LSA sowie aus kommunalen Mitteln. Kita-Sozialarbeiter sind kein Ersatz für pädagogische Fachkräfte, sondern werden zusätzlich an einigen Kitas eingesetzt.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Kita- und Schulstandorte insbesondere im ländlichen Raum langfristig zu erhalten?

Mit dem Programm „KITA STABIL“ und der Anpassung des KiFöG haben wir auf die demographische Entwicklung im Land reagiert. Es werden derzeit weniger Kinder geboren, die dann auch keine Krippe oder Kita besuchen. Die zurückgehenden Kinderzahlen haben Auswirkungen auf das Finanzierungssystem unseres KiFöG. Mit „KITA STABIL“ steuert das Land gegen. Es basiert auf zwei Säulen: Zum einen die Bildungspauschale für die pädagogischen Fachkräfte. Wir investieren bewusst in das, was gute Bildung ausmacht: die Erzieherinnen und Erzieher, die eine zweitägige Fortbildung zur Vermittlung des weiterentwickelten Bildungsprogramm „Bildung elementar“ wahrnehmen können.
Die demographische Entwicklung im Land ist eine Herausforderung, aber sie birgt auch Chancen. Mit der Demografiepauschale und einem speziell entwickelten Flächenfaktor stellt das Land 14,2 Millionen Euro für 2026 und 38,1 Millionen Euro für 2027 zur Verfügung. Und das Geld ist gut investiert und solide finanziert, denn es bedeutet: mehr Personal, mehr Stabilität, weniger Druck. Es bedeutet bis Ende 2028 eine bessere Personalausstattung in den Kitas. Mehr Zeit und Personal für die Kleinsten. Die Demografiepauschale bedeutet unter dem Strich mehr Personal zusätzlich zum Mindestpersonalschlüssel!
Mittelfristig bedeutet dies eine Entlastung der Fachkräfte, Sicherung des Nachwuchses, Aufstockung von Teilzeitverträgen und Stärkung der Qualität und vor allem die Vermeidung von Kita-Schließungen im ländlichen Raum. Wir wollen nicht, dass reihenweise Kitas schließen müssen. Auch wenn zur Wahrheit gehört, dass es regional Veränderungen in der Kitastruktur wird geben müssen.
Um Schulstandorte zu erhalten, werden wir die Mindestschülerzahlen für die Schulformen in der Schulentwicklungsplanungs-verordnung absenken. Sinkende Schülerzahlen im ländlichen Raum dürfen nicht dazu führen, dass Schulen geschlossen werden und Wege für die Kinder und Jugendlichen lang und länger werden. Mittelfristig streben wir ein System mit zwei weiterführenden Schulformen an: Gemeinschaftsschule und Gymnasium.

Wie stellen Sie sicher, dass pädagogische Fachkräfte ausreichend auf die Begleitung von Kindern mit besonderen Lebenslagen, etwa mit belastenden Vorerfahrungen o-der aus Pflege- und Adoptivfamilien, vorbereitet sind?

Jedes Kind ist mit seinen Erfahrungen und seinen individuellen Stärken und Schwächen zu betrachten und unsere pädagogischen Fachkräfte sind ausgebildet, das Kind in seiner ganzen Persönlichkeit und seinem sozialen Umfeld in den Blick zu nehmen. Dazu bedarf es eines behutsamen Austausches zwischen den Eltern, der Kita-Leitung, den Erziehern und Erzieherinnen und ggf. dem Jugendamt.
Kitas, die besondere Herausforderungen haben, erhalten eine verbesserte Personal-ausstattung, bspw. In den Sprach-Kitas, wo spezielle ausgebildete Fachkräfte die Erzieherinnen und Erzieher in Fragen der Sprachentwicklung und Sprachförderung unterstützen, beraten und begleiten. Das ESF-Programm „Empowerment für Eltern" bietet zusätzlich die Möglichkeit für personelle Unterstützung von bis zu 140 pädagogischen Stellen bis 2028, um an der Schnittstelle zwischen Kitas und Familien eingesetzt zu werden. Insbesondere Kinder mit erhöhtem Betreuungsbedarf sollen davon profitieren. Ziel ist es, Familien frühzeitig zu unterstützen, Eltern in ihren Kompetenzen zu stärken und Kinder – vor allem aus sozial benachteiligten Lebenslagen – in ihrer Entwicklung zu fördern. Das Programm leistet einen wichtigen Beitrag zur Bekämpfung von Kinderarmut und zur Förderung gleicher Bildungschancen von Anfang an. Die neuen Fachkräfte unterstützen Eltern dabei, ihren Erziehungsauftrag besser wahrzunehmen und ihre Kinder auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu begleiten.
 
CDU, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKEN, afd, SPD
 

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