2. Frühkindliche Bildung / Kita-Qualität (Studien weisen seit Jahren auf kritische Fachkraft-Kind-Relationen in Sachsen-Anhalt hin.)

 
Welche verbindlichen Zielwerte für den Fachkraft-Kind-Schlüssel streben Sie bis 2030 in Krippen und Kindergärten an? Wie werden diese im Landeshaushalt konkret finanziert?

Wie sichern Sie die Qualität der Kita-Arbeit bei sinkenden Kinderzahlen – beispielsweise durch Kita-Sozialarbeit?
 
Die Fragen 1 bis 2 werden gemeinsam beantwortet.
Mit dem Programm „Kita STABIL“ sichert das Land aktuell das Personal in den Kitas bis 2028 auch bei sinkenden Kinderzahlen. Nach der Landtagswahl ist diese mittelfristige Lösung ineine langfristige und strukturelle Verbesserung der Personalsituation zu überführen. Dafür wollen wir den Mindestpersonalschlüssel anheben, die zielgenaue Sonderförderung für Kitas mit besonderen Bedarfen ausbauen und insbesondere die Kitasozialarbeit fördern.
Dazu gehören auch eine bessere Bezahlung und attraktive Arbeitsbedingungen für Erzieher*innen sowie die Entlastung von bürokratischen Aufgaben, damit mehr Zeit für die pädagogische Arbeit mit den Kindern bleibt.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Kita- und Schulstandorte insbesondere im ländlichen Raum langfristig zu erhalten?
 
Dem Prinzip „kurze Beine, kurze Wege“ folgend wollen wir Grüne alle Kitas im Land und insbesondere in ländlichen Räumen sichern. Dafür ist eine nachhaltige kommunale Kita-Planung vonnöten, die wir finanzieren wollen. Mit einem Programm „HeimatKita“ soll das Land ein Versprechen für jeden Ort im Land geben: Die nächste Kindertagesbetreuung ist entweder in derselben Ortschaft oder maximal 15 Minuten entfernt! Mit dem Programm werden auch Kleinst-Kitas finanziell, personell und organisatorisch vom Land unterstützt.
Passend zu den Bedingungen vor Ort sollen dabei auch Tageseltern, Mehrgenerationen- Angebote, Mehrzweck-Dorfzentren oder andere nicht-klassische Lösungen zum Tragen kommen. Wir Grüne wollen Kleine Schulen im Schulnetz erhalten, insbesondere auch in ländlichen Regionen. Wir lehnen es ab, den Erhalt von Schulen nur von Mindestschüler*innenzahlen oder starren Klassengrößen abhängig zu machen. Um den Erhalt von kleinen Schulen in Sachsen-Anhalt zu gewährleisten wollen wir uns an dem
Konzept der „kleinen Grundschule“ aus Brandenburg orientieren. Diese Schulen arbeiten in Brandenburg oft mit jahrgangsübergreifenden Klassen und erhalten zusätzliche Unterstützung, um trotz geringer Schüler*innenzahlen gute Bildungsangebote machen zu können. Zusätzlich zum bereits genannten Konzept der „kleinen Grundschule“ wollen wir Grüne Kommunen die Möglichkeit geben, Schulen zu „dritten Orten“ weiterzuentwickeln, die außerhalb des Schulbetriebs am Abend und am Wochenende von den Kommunen auch für die Gemeinschaft, zum Beispiel für Vereinstreffen und kulturelle Angebote, genutzt werden können. Auch das kann eine Möglichkeit sein, kleine Schulen in ländlichen Räumen zu erhalten und als Zentrum und Kern der Gemeinschaft zu etablieren.

Wie stellen Sie sicher, dass pädagogische Fachkräfte ausreichend auf die Begleitung von Kindern mit besonderen Lebenslagen, etwa mit belastenden Vorerfahrungen o-der aus Pflege- und Adoptivfamilien, vorbereitet sind?

Wir Grüne wollen die Kitasozialarbeit fördern, um speziell Kitas mit Kindern in besonderen Lebenslagen zu unterstützen. Gleiches gilt für den Bereich Schule. Dort fordern wir ein Landesprogramm Schulsozialarbeit, durch das an jeder Schule mindestens eine
Schulsozialarbeitsstelle geschaffen werden soll. Grundsätzlich sind wir Grüne dafür, dass pädagogische Fachkräfte in ihrer Ausbildung auf den Umgang mit Kindern in besonderen     Lebenslagen vorbereitet werden.
 
CDU, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKEN, afd, SPD
 

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