1. Gleichwertige Lebensverhältnisse / Ländlicher Raum

 
Mit welchen Strategien wollen Sie dem demografischen Wandel aktiv begegnen und lebenswerte Perspektiven für alle Generationen in Sachsen-Anhalt sichern?
Welche konkreten Prioritäten setzen Sie, um gleichwertige Lebensbedingungen in allen Regionen Sachsen-Anhalts zu gewährleisten – insbesondere in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Gesundheitsversorgung, Bildung sowie Freizeit- und Kulturangebote?
Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den ländlichen Raum gezielt stärken und der Abwanderung von Familien sowie jungen Menschen entgegenwirken?

Wird zusammen beantwortet.

Als Partei Bündnis 90/Die Grünen setzen wir auf ein Bündel ineinandergreifenderMaßnahmen.

Infrastruktur & Mobilität: Flächendeckender ÖPNV-Ausbau mit mindestens stündlicher Busanbindung aller Dörfer (ggf. durch On-Demand-Verkehre oder Rufbusse ohne Zusatzkosten und integriert im Deutschlandticket). Zudem sollen alle Grundzentren konsequent in das ÖPNV-Landesnetz integriert werden. Ausbau von Radwegen entlang von Landes- und Kreisstraßen sowie zuverlässiger Glasfaserausbau als Teil der Daseinsvorsorge.

Wohnen & Ortskerne: Moderne Dorfzentren, die Dorfladen, Co-Working, Carsharing und Veranstaltungsräume bündeln; Erhalt kleiner Grundschulen als „Dorfgrundschulen"; ein Programm „HeimatKita" mit dem Versprechen, dass die nächste Kindertagesbetreuung in derselben Ortschaft oder maximal 15 Minuten entfernt ist.

Gesundheitsversorgung: Förderung kommunaler Gesundheitszentren und medizinischer Versorgungszentren in der Fläche, Telemedizin sowie Anreizsysteme zur Niederlassung von Fachärztinnen und Fachärzten in strukturschwachen Regionen.

Wirtschaft & Arbeit: Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten, Förderung von Handwerk und kleinen Betrieben, gezielte Zuwanderungspolitik zur Fachkräftesicherung sowie Unterstützung von Betriebsnachfolgen.

Kultur, Freizeit & Teilhabe: Ausbau von Begegnungsorten, verlässliche Förderung soziokultureller Zentren auch außerhalb der Städte sowie eine Werbekampagne, die gezielt junge Familien auf die Vorzüge des Lebens im ländlichen Sachsen-Anhalt aufmerksam macht.

Wie sichern und verbessern Sie eine flächendeckende, wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung – insbesondere im ländlichen Raum?

Die Krankenhäuser im Land müssen als Orte der Gesundheits- und Notfallversorgung erhalten werden. Zur Sicherung der Versorgung unterstützen wir landesseitig finanzierte Sicherstellungszuschläge wie auch die Rekommunalisierung von Krankenhäusern. Dabei wollen wir als Land die vom Bund vorgesehene Krankenhausreform mutig und weitsichtig umsetzen, um die stationäre Versorgung fachlich hochwertig und erreichbar abzusichern und durch ambulante und teilambulante Angebote sinnvoll zu ergänzen. Insbesondere die ambulante und stationäre geburtshilfliche Versorgung und die Kinderheilkunde gilt es zu sichern. Gerade in ländlichen Regionen besteht häufig ein Mangel an entsprechenden Angeboten, was die medizinische Grundversorgung junger Familien gefährdet.
Durch den Ausbau und die Sicherung solcher Strukturen wird eine verlässliche medizinische Betreuung von Schwangeren, Neugeborenen und Kindern gewährleistet.
Wir wollen kommunale Gesundheitszentren fördern, um die wohnortnahe Versorgung zu sichern. Sowohl finanziell als auch konzeptionell werden wir solche Zentren mittels eines Landesförderprogramms, eines Ideenwettbewerbs und der Vernetzung bestehender Projekte unterstützen. Damit schaffen wir überdies attraktive Beschäftigungsverhältnisse für junge Ärzt*innen. Auch sollen solche Zentren Orte einer neuen kollegialen Zusammenarbeit der Ärzteschaft mit den weiteren Professionen im Gesundheitssystem werden.
Wir setzen uns für die Förderung kommunaler Medizinischer Versorgungszentren (MVZ) ein, um die flächendeckende medizinische Versorgung unabhängig von privaten Investoren sicherzustellen. Der Ausbau kommunaler MVZs gewährleistet, dass medizinische Leistungen auch in strukturschwachen oder ländlichen Regionen verfügbar sind. Dadurch wird eine verlässliche und wohnortnahe Gesundheitsversorgung sichergestellt.
 
CDU, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKEN, afd, SPD

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