1. Gleichwertige Lebensverhältnisse / Ländlicher Raum
Mit welchen Strategien wollen Sie dem demografischen Wandel
aktiv begegnen und lebenswerte Perspektiven für alle Generationen in
Sachsen-Anhalt sichern?
Wir begegnen der gesellschaftlichen Überalterung mit einer
konsequent familienorientierten Politik. Der Schwerpunkt liegt auf der
Stärkung von Familien durch finanzielle Entlastungen, monetäre Anreize,
kostenfreie Kita-Plätze sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und
Beruf. Ziel ist es, Kinderarmut zu bekämpfen und Familiengründungen zu
erleichtern. Gleichzeitig setzen wir auf starke Wirtschaftsstrukturen, eine
verlässliche Daseinsvorsorge und eine leistungsfähige Infrastruktur.
Kommunen sollen finanziell besser ausgestattet und bürokratische Hürden
abgebaut werden, damit le-benswerte Perspektiven für alle Generationen
entstehen.
Welche konkreten Prioritäten setzen Sie, um gleichwertige
Lebensbedingungen in allen Regionen Sachsen-Anhalts zu gewährleisten –
insbesondere in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Gesundheitsversorgung,
Bildung sowie Freizeit- und Kulturangebote?
Unser
Ziel sind gleichwertige Lebensbedingungen in Stadt und Land. Deshalb setzen
wir unsere Prioritäten auf eine verlässliche Daseinsvorsorge, bezahlbares
Wohnen, eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur, wohnortnahe
Gesundheitsversorgung sowie den Erhalt von Bildungs-, Kultur- und
Freizeitangeboten. Im Bereich Wohnen wollen wir insbesondere jungen Familien
den Erwerb von Wohneigentum erleichtern und durch eine gezielte
Eigenheimförderung den Traum von den eigenen vier Wänden auch im ländlichen
Raum ermöglichen. Kommunale Wohnungsgesellschaften sehen wir als wichtige
Partner für die Bereitstellung von sozialem, altersgerechtem und
barriere-freiem Wohnraum. Deshalb wollen wir zusätzliche Fördermöglichkeiten
nut-zen und Anreize für den Ausbau barrierefreier Wohnungen schaffen. Für
eine langfristig gesicherte Mobilität setzen wir auf die Sanierung von
Straßen und Brücken, den Abbau des Investitionsstaus in der
Verkehrsinfrastruktur sowie eine deutliche Beschleunigung von Planungs- und
Genehmigungsverfahren. Der öffentliche Nahverkehr soll dort gestärkt werden,
wo er sinnvoll ergänzt, gleichzeitig bleibt das Auto insbesondere im
ländlichen Raum unverzichtbar. Im Bildungsbereich dürfen Schulen und Kitas
nicht allein aufgrund statistischer Mindestgrößen geschlossen werden.
Regionale Besonderheiten müssen stärker berücksichtigt werden. Familien
sollen unabhängig vom Wohnort vergleichbare Chancen auf Bildung, Versorgung
und gesellschaftliche Teilhabe erhalten. Freizeit-, Vereins- und
Kulturangebote leisten einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen
Zusammenhalt. Deshalb wollen wir Kinder und Jugendliche bei der Teilnahme an
Vereinsangeboten unterstützen und die Kommunen bei der Pflege von Brauchtum,
Traditionen und kulturellem Leben vor Ort stärken.
Mit welchen Maßnahmen wollen Sie den ländlichen Raum gezielt
stärken und der Abwanderung von Familien sowie jungen Menschen
entgegenwirken?
Der ländliche Raum soll wieder Zukunftsraum werden. Wir
setzen auf den Erhalt wohnortnaher Schulen und Kitas, eine starke
medizinische Ver-sorgung, Investitionen in Straßen und digitale
Infrastruktur sowie die Förde-rung von Handwerk, Landwirtschaft und
Mittelstand. Kostenfreie und qualita-tiv hochwertige Kinderbetreuung,
bezahlbarer Wohnraum, attraktive Arbeits-plätze und bessere
Ausbildungsbedingungen sollen Abwanderung verhindern und jungen Menschen
Perspektiven vor Ort bieten.
Wie sichern und verbessern Sie eine flächendeckende,
wohnortnahe und qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung – insbesondere
im ländlichen Raum?
Wir betrachten die Gesundheitsversorgung als Teil der
öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb wollen wir Krankenhäuser im ländlichen
Raum er-halten, Geburtshilfe und Kinderheilkunde absichern sowie die
hausärztliche Versorgung stärken. Dazu sollen zusätzliche
Medizinstudienplätze geschaffen und ein Landarztstipendium ausgebaut werden,
das Absolventen an Sachsen-Anhalt bindet. Pflegekräfte und Ärzte müssen
zudem von übermäßiger Büro-kratie entlastet werden. Soweit bundesrechtliche
Regelungen betroffen sind, insbesondere bei der Krankenhausfinanzierung oder
der Sozialversicherung, werden wir uns über Bundesratsinitiativen für eine
stärkere Berücksichtigung der Interessen der Flächenländer einsetzen. Unser
Ziel bleibt eine wohnort-nahe medizinische Versorgung für alle Menschen in
Sachsen-Anhalt.
CDU,
FDP,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
DIE LINKEN,
afd,
SPD
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