6. Verteilung von Sorgearbeit / Gleichstellung
Studien zeigen weiterhin eine ungleiche Verteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen Müttern und Vätern.
 
 
Welche konkreten landespolitischen Maßnahmen unterstützen Sie, um eine partnerschaftliche Aufteilung zu fördern?
 
Wir Grüne sind zum Beispiel dafür, wohnortnahe Kitas und Schulen zu erhalten, damit die Betreuung überall, auch in ländlichen Regionen, abgesichert ist. Wir wollen alle allgemeinbildenden Schulen zu Ganztagsschulen weiterentwickeln. Das sichert nicht nur die Betreuung der Kinder ab und ermöglicht damit, dass die Eltern arbeiten können, sondern verstärkt auch die Chancengerechtigkeit für Kinder. Denn nach unserer Vorstellung soll Ganztag allen Kindern den Zugang zu kultureller, sportlicher und ehrenamtlicher Bildung ermöglichen, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
Außerdem setzen wir Grüne uns dafür ein, dass Unternehmen und Landes- wie Kommunalverwaltungen und Institutionen familienfreundliche Arbeitsmodelle und Möglichkeiten zum mobilen Arbeiten schaffen. Eine weitere Maßnahme ist eine gesamtgesellschaftliche Kampagne, in der traditionelle Rollenbilder hinterfragt werden und über Aspekte wie Elternzeit und Teilzeit für Väter aufgeklärt wird.
Das Frauenfördergesetz wollen wir Grüne zu einem modernen Gleichstellungsgesetz weiterentwickeln. Wir setzen uns ebenfalls für ein verfassungskonformes Paritätsgesetz ein, das die Vertretung und Repräsentation von Frauen in Parlamenten sichert.

Welche Rolle sollen Schulen und Kitas bei der Vermittlung von Geschlechterrollen und Gleichstellung einnehmen?
 
Schulen und Kitas spielen eine zentrale Rolle bei der Vermittlung von Geschlechterrollen, Gleichstellung und auch beim Umgang mit sexueller sowie geschlechtlicher Vielfalt.
Deswegen wollen wir zum Beispiel das Projekt „Medienkoffer Geschlechtervielfalt" für Kita und Grundschulen (der sogenannte Kitakoffer des Kompetenzzentrums für geschlechtergerechte Kinder- und Jugendhilfe) verstetigen und so ausbauen, dass deutlich mehr Einrichtungen davon profitieren können. Zugleich wollen wir, dass Kitas und Schulen im Bereich Antidiskriminierung gestärkt werden und feministische Bildung eine stärkere Priorität bekommt. So wollen wir, dass in Schulen die Frauenbewegung und deren politische und gesellschaftliche Erfolge stärker thematisiert und die Errungenschaften von Frauen in Literatur, Wissenschaft, Forschung, Politik und Geschichte verstärkt vermittelt werden.
Gleichzeitig sollten in Schulen die Aspekte wie Antifeminismus und Frauenfeindlichkeit stärker thematisiert werden, denn Kinder kommen durch Social Media und das soziale Umfeld bereits früh mit solchen Themen in Berührung.
 
CDU, FDP, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, DIE LINKEN, afd, SPD
 

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