5. Familienarmut und besondere Bedarfe
Familienarmut betrifft
zahlreiche Haushalte und führt zu erheblichen sozialen und psychischen
Belastungen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende, kinderreiche
Familien und Familien mit behinderten Mitgliedern, die oft besondere Bedarfe
haben. Diese reichen von ausreichender Ernährung und angemessenem Wohnraum
bis hin zu speziellen Bildungs- und Gesundheitsangeboten. Armut schränkt die
Teilhabe am gesellschaftlichen Leben massiv ein und erhöht das Risiko für
Entwicklungsdefizite bei Kindern. Effektive Unterstützungsmaßnahmen müssen
daher ganzheitlich sein, individuelle Bedürfnisse berücksichtigen und den
Zugang zu sozialen Diensten erleichtern, um langfristige Verbesserungen zu
erreichen und soziale Ungleichheit zu verringern.
Welche konkreten
landespolitischen Maßnahmen planen Sie in der kommenden Legislaturperiode, um
Kinder- und Familienarmut wirksam zu re-duzieren – insbesondere bei
Alleinerziehenden und Mehrkindfamilien?
An welchen
messbaren Zielen wollen Sie den Erfolg Ihrer Maßnahmen festmachen?
In der nächsten
Legislaturperiode beabsichtigen wir weiterhin, gezielte Maßnahmen
durchzuführen, um Kinder- und Familienarmut wirkungsvoll zu verringern.
Dabei liegt ein besonderer Fokus auf Alleinerziehenden sowie Familien mit
mehreren Kindern. Dazu gehören unter anderem die Ausweitung der finanziellen
Förderungen durch bedarfsorientierte Kinderzuschläge und die intensivere
Nutzung des Bildungs- und Teilhabepakets. Letzteres erleichtert besonders
Betroffenen den Zugang zu Bildungsangeboten, Freizeitmöglichkeiten und
gesundheitsfördernden Aktivitäten.
Außerdem setzen wir auf eine Kombination aus direkter finanzieller
Entlastung, kostenfreier Teilhabe sowie verbesserten und leichter
zugänglichen Unterstützungsangeboten. Bereits in dieser Wahlperiode hatten
wir uns auf Landesebene nachdrücklich für die Schaffung eines Runden Tisches
für Alleinerziehende eingesetzt. Dieser soll es Eltern ermöglichen,
politische Entscheidungen und deren Folgen eigenständig zu überprüfen, um
einen langfristigen Aktionsplan für Alleinerziehende mit konkreten Maßnahmen
für ein familienfreundliches Sachsen-Anhalt zu entwickeln. Wir werden diesen
Antrag auch in der kommenden 9. Wahlperiode erneut im Landtag einbringen.
Gemeinsam mit dem Netzwerk gegen Kinderarmut setzen wir uns weiterhin
engagiert für eine signifikante Senkung der Kinderarmutsquote ein. Darüber
hinaus soll der Anteil der Kinder aus armutsgefährdeten Familien, die an
zusätzlichen Bildungs- und Freizeitangeboten teilnehmen, deutlich steigen.
Mit einer Vielzahl von Maßnahmen und klaren Zielvorgaben möchten wir
Familien gezielt stärken und Kinderarmut dauerhaft bekämpfen.
Darüber hinaus ist geplant, sogenannte mobile „Bürokratie-Lotsen“
einzuführen, die vor allem Familien im ländlichen Raum vor Ort bei der
Orientierung, Beantragung von Leistungen sowie bei der Bewältigung der damit
verbundenen bürokratischen Hürden unterstützen und beraten. Dabei wird
besonders auf die individuellen Bedürfnisse der Familien Rücksicht genommen.
CDU,
FDP,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN,
DIE LINKEN, afd,
SPD
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